Tarifvertrag handel österreich

In den letzten Jahren ist eine zunehmende Inzidenz von VPS in den Sektoren und Branchen in Österreich zu beobachten. Flexible Lohnelemente untergraben jedoch tendenziell die österreichische Tradition der sektoralen Lohnfestsetzung, wonach die Löhne in der Regel auf der Grundlage der nationalen Inflationsrate und Produktivität berechnet werden. Daher schätzen die Gewerkschaften VPS nur in Form von Boni und Prämien, die von einzelnen Unternehmen zusätzlich zu kollektiv vereinbarten Lohnerhöhungen gezahlt werden. Die Arbeitgeberverbände wollen dagegen, dass die tariflichen Lohnerhöhungen nur die Inflationsrate ausgleichen; Tarifverträge sollten wiederum Bestimmungen enthalten, die die Bedingungen für die finanzielle Beteiligung der Arbeitnehmer auf Unternehmensebene definieren und zusätzliche Boni an die Rentabilität des einzelnen Unternehmens koppeln. Dies würde dazu beitragen, die Arbeitskosten von Unternehmen zu senken, die schlecht abschneiden, und damit ein mögliches Konkursrisiko verringern. In einigen Wirtschaftszweigen, wie dem Sparkassensektor, konnten sich die Sozialpartner auf innovative Zahlungssysteme einigen, da ein flexibler Rahmen für die Umsetzung von VPS auf Unternehmensebene vereinbart wurde (z. B. Kompetenzkriterien, Bewertungssysteme, Boni zusätzlich zum Grundgehalt usw.). Solche innovativen Systeme sind jedoch kaum für Sektoren anwendbar, die mit ernsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten konfrontiert sind. Dennoch erwarten die meisten Experten eine weitere Streuung der VPS in der gesamten Wirtschaft in den nächsten Jahren. In Österreich ist die mit Abstand wichtigste Ebene der Tarifverhandlungen die sektorale Ebene der multinationalen Arbeitgeber.

Darüber hinaus werden nur sehr wenige Vereinbarungen auf Unternehmensebene ausgehandelt; Sie bilden jedoch die Ausnahme. Die Spitzenorganisationen der Sozialpartner sind in der Lage, branchenübergreifende allgemeine Tarifverträge (Generalkollektivvertrag) abzuschließen, aber sie sind äußerst selten und kaum von praktischer Relevanz: So wurde beispielsweise im September 1969 ein allgemeiner Tarifvertrag über die schrittweise Umsetzung der 40-Stunden-Woche unterzeichnet, der formal gültig ist, aber kurz darauf mit der Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes in Kraft trat. Aufgrund der Pflichtmitgliedschaft aller österreichischen Unternehmen – mit Ausnahme der Unternehmen in der Landwirtschaft, den freien Berufen und des nicht handellichen öffentlichen Sektors – der WKO und ihrer jeweiligen Untereinheiten beträgt die Dichte der WKO sowohl in den Unternehmen als auch bei den Beschäftigten 100%. Zur Mitgliederdichte der IV liegen keine Informationen vor. In Österreich gibt es keine gesetzliche Mindestlohnregelung. Die Mindestlöhne sind nicht gesetzlich festgelegt, sondern in Branchen-/Branchentarifverträgen festgelegt. Der Lohn satzfürh für die am wenigsten qualifizierte Gruppe von Arbeitnehmern bestimmt den de facto Mindestlohn für die Industrie, die unter den geltenden Tarifvertrag fällt. Seit 2008 wird in nahezu allen Wirtschaftszweigen tarifvertraglich ein monatlicher Mindestlohn von 1.000 Euro (brutto) festgelegt.