Einigungsvertrag ddr und brd von 1990 unterzeichner

Ursprünglich wurde kein Zeitplan vorgeschlagen. Die Ereignisse spitzt sich jedoch Anfang 1990 schnell zu. Zunächst wurde die Partei des Demokratischen Sozialismus – die ehemalige Sozialistische Einheitspartei Deutschlands – im März bei den ersten freien Wahlen in der DDR schwer geschlagen. Auf einer Plattform für eine rasche Wiedervereinigung bildete sich unter Lothar de Maiziére, dem Vorsitzenden des ostdeutschen Flügels von Kohls CDU, eine große Koalition. Zweitens erlitten die Wirtschaft und die Infrastruktur ostdeutschlands einen raschen und nahezu vollständigen Zusammenbruch. Während die DDR lange Zeit als die robusteste Wirtschaft im Sowjetblock galt, offenbarte die Beseitigung der kommunistischen Hegemonie die maroden Grundlagen dieses Systems. Die DDR-Mark war außerhalb der DDR vor den Ereignissen von 1989/90 schon einige Zeit fast wertlos, und der Zusammenbruch der ostdeutschen Wirtschaft vergrößerte das Problem weiter. Unmittelbar nach dem Fall der Mauer erlebte Berlin einen Boom in der Baubranche. [74] Mit Sanierungsinitiativen wurde Berlin in den 1990er und frühen 2000er Jahren zu einer der größten Baustellen der Welt.

[78] Die andere Option war Artikel 146, der einen Mechanismus für eine dauerhafte Verfassung für ein wiedervereinigtes Deutschland vorsah. Dieser Weg hätte eine formelle Union zwischen zwei deutschen Staaten mit sich gebracht, die dann unter anderem eine neue Verfassung für das neu gegründete Land hätte schaffen müssen. Im Frühjahr 1990 war jedoch klar, dass die Ausarbeitung einer neuen Verfassung langwierige Verhandlungen erfordern würde, die zahlreiche Fragen in Westdeutschland aufoffenen würden. Auch ohne dies zu berücksichtigen, befand sich die DDR Anfang 1990 in einem wirtschaftlichen und politischen Zusammenbruch. Im Gegensatz dazu könnte die Wiedervereinigung nach Artikel 23 in nur sechs Monaten erfolgen. Das Potsdamer Abkommen von 1945 hatte festgelegt, dass ein vollständiger Friedensvertrag zum Abschluss des Zweiten Weltkriegs, einschließlich der genauen Abgrenzung der deutschen Nachkriegsgrenzen, „von der Regierung Deutschlands akzeptiert werden muss, wenn eine dafür zweckdienende Regierung gebildet wird“. Die Bundesrepublik hatte stets behauptet, dass keine solche Regierung gegründet worden sei, bis Ost- und Westdeutschland in einem freien demokratischen Staat vereint gewesen sei; 1990 wurde jedoch weiterhin darüber, ob eine vereinigte Bundesrepublik, Ostdeutschland und Berlin zu diesem Zweck „Deutschland als Ganzes“ darstellen könnte, beibehalten. Die entscheidende Frage war, ob ein Deutschland, das nach Osten durch die Oder-Neiße-Linie gebunden blieb, als „vereinigtes Deutschland“ bei der Unterzeichnung des Friedensvertrages ohne Qualifikation fungieren konnte. Nach dem „Zwei-Plus-Vier-Vertrag“ verpflichteten sich sowohl die Bundesrepublik als auch die Demokratische Republik und ihre einheitliche Fortsetzung des Grundsatzes, dass ihre gemeinsamen Grenzen vor 1990 das gesamte Gebiet darstellten, das von einer Regierung Deutschlands beansprucht werden könne, und dass es daher keine weiteren Länderaen außerhalb dieser Grenzen gebe, die Teile Deutschlands als Ganzes seien.

Der Vertrag über die endgültige Regelung mit Respekt für Deutschland (deutsch: Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland[a]) oder das Zwei-Plus-Vier-Abkommen (Deutsch: Zwei-plus-Vier-Vertrag;[ b] kurz: Deutscher Vertrag) wurde 1990 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik (den beiden Namen) und den vier Mächten, die Deutschland am Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa besetzten, ausgehandelt: Frankreich, die Sowjetunion, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten.